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Träume nicht dein Leben sondern lebe deinen Traum

Monat: November 2016

Von besoffenen Schubkarren und epischen Schlangenkämpfen

Am Mittwoch bin ich früh morgens mit Andrea zusammen mit einem gemieteten Transporter nach Niedersachsen zu Anke und Roland gefahren. Die beiden haben sich eine neue Küche gekauft und schenkten mir freundlicherweise ihre alte, die vom Stil her schön zu meinem Haus passt.

Die A7 wie auch die A1 erwiesen sich erwartungsgemäß als Arschlöcher, ganz bewusst habe ich einen Mittwoch und keinen Freitag für diese Fahrt ausgesucht. Die ganz dicken Staus verschonten uns daher zum Glück. Baustellen gab’s trotzdem. Dafür fuhren ganze Schiffe vor uns her, das hat man ja auch nicht alle Tage.

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Die Küche war praktischerweise schon abgebaut und musste „nur“ noch verladen werden. Da Liverollenspieler meistens auch Meister im Tetris spielen sind, war das für uns zum Glück kein Problem. Es passte sogar noch etwas potenzielles Brennholz hinein.

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Da wir auf dem Rückweg dann eh noch einmal durch Hamburg mussten, konnten wir auch noch bei Familie Krupke vorbeischauen, die noch einige Dinge für uns hatte, von denen die meisten noch im Transporter Platz fanden.

Und dann ging’s auf den Hof. Das Wenden hat ja noch funktioniert, dann jedoch fanden die Räder die Matschlöcher. Könnte daran liegen, dass die ganze Einfahrt aus Matsch bestand, Regen hatten wir in den letzten Tagen genug. (Der Feuerlöschteich ist dagegen immer noch trocken. Und definitiv trockener als der Weg.) Der schöne Plan, mit der Heckklappe direkt an die Haustür heranzufahren, war damit nichtig und wir schleppten all die Möbel und anderen Dinge durch den Schlamm ins Haus. Uff… so viel, hatte das wirklich alles da reingepasst?

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Auch im leeren Zustand ließ sich der Transporter nicht mehr bewegen, da mussten Spaten her und wir buddelten ihn aus. Nun musste er noch vollgetankt und zurückgegeben werden. An der Tankstelle fiel dann auf, wie dreckig er geworden war. Da ich meine Kaution gerne zurückbekommen wollte, hab ich ihn also noch so gut es ging gereinigt. Es wurde ein langer Tag…

Am Donnerstag wurde dann mein neuer Kamin geliefert. Meine Mutter war so nett ihn in Empfang zu nehmen, da ich ja arbeiten musste. Noch mehr Urlaubstage waren nicht mehr übrig. Da stand sie dann am Tor zu meinem Hof mit einem etwa 300 kg schweren Kamin, den sie alleine natürlich nicht ins Wohnzimmer bewegen konnte. Zum Glück waren die Zimmermänner auch gerade da und halfen. Kurios, aber auch etwas nervig war, dass die Firma zwar ein „Starterset“ Feuerholz, nicht aber das benötigte Rauchrohr für den Anschluss an den Schornstein mitgeliefert hatte.

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Den Freitag verbrachte ich nach Feierabend auf dem Hof und schaufelte mit Andrea und meiner Mutter zusammen Schlamm aus der Einfahrt in unsere beiden Schubkarren. Er wird der Grundstock für den Knickwall an der Westgrenze und wurde direkt von uns dorthin befördert. Es wäre zu schön, wenn diese Einfahrt bald wieder mehr ist als ein Loch, in dem man stecken bleibt. Wir arbeiteten bis in die Dunkelheit, bis wir nichts mehr sehen konnten. Die eine, ältere Schubkarre eierte immer ziemlich, weil das Rad locker ist. Vielleicht ist sie aber auch einfach besoffen gewesen. Vor lauter Müdigkeit und Erschöpfung begann ich jedenfalls mitzueiern, und das ganz ohne Alkohol.

Am Samstag Abend organisierte ich mit Andreas zusammen zwei leere, alte Ölfässer, die in Zukunft als Brenntonnen dienen sollen. Vor einigen Wochen hatte ich mich noch über das klemmende Schloss meines Kofferraums geärgert und deshalb die Innenverkleidung des Kofferraums entfernt. Nun kann man das Schloss manuell lösen, damit es beim Schließen des Kofferraums auch wieder einrastet und die Karre abgeschlossen ist. Jetzt erwies sich die fehlende Kofferraumverkleidung als Vorteil, denn auf den Millimeter genau passten beide Tonnen hinein.

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Sonntag früh half mir Matthias, sie in die Scheune zu schaffen. dann schaute ich mir meine Baustelle bei Tageslicht an. Im Laufe der vergangenen Woche hatte sich wieder viel getan. Die Sonne ging gerade auf, und der Himmel versprach einen schönen Tag.

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Andrea schloss sich mit ihrem Auto an, und zu dritt fuhren wir mit zwei Autos nach Schleswig um dort von Carmen und Michael weitere Küchenmöbel abzuholen. Leider war es mir nicht gelungen für den Tag einen weiteren Transporter zu bekommen, darum mussten die PKWs ran. Wir haben dann auch fast alles mitbekommen.

Wir waren gerade zurück auf dem Hof und begannen abzuladen, da begann es zu regnen. Der Tag hatte leider sein Versprechen nicht halten können. Immerhin kam nun auch noch Oliver dazu um zu helfen. Es packen also nicht nur Liverollenspieler und Verwandte mit an, sondern auch ein Teil meiner Hobby-Fußballmannschaft, wofür ich sehr dankbar bin.

Möglichst bald soll der neue Kamin angeschlossen werden, dafür benötigen wir noch einen Anschluss an den Schornstein. Dafür musste die Wand aufgestemmt werden, womit Oliver gleich begann. Andrea führte die Arbeit dann zu Ende. Dabei tauchte noch ein weiteres, eingemauertes Rohr auf… Überraschung!

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Auf dem Spitzboden wie auch auf dem Dachboden darunter lag noch jede Menge altes Reet und sonstiger Müll herum, den fegten Oliver, Matthias und ich einfach durch die fehlenden Decken in die Küche wie auch die beiden Räume auf der Nordwestseite.

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Über der Küche hingen noch sehr viele Kabel wirr herum, statt Stromkreisen fanden sich hier Strom-T-Kreuzungen. Den Verteilerkästen sah man Schmurgeleien an, teilweise war das Plastik geschmolzen und der ganze Salat war insgesamt in keinem guten Zustand. Also weg damit. Der UnSicherungskasten verschwand vom Dachboden (warum baut man sowas unter’s Reetdach und nicht an einen zugänglichen Ort?) und es wurden epische Kämpfe gegen Weißkabelschlangen ausgefochten.

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Manchmal brachen wir auf dem Dachboden auch einfach im Boden ein. Gut, wenn man weiß, wo die tragenden Balken unter dem ehemaligen Fußboden sind.

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Und dann waren wir fertig. Nicht nur körperlich fix und fertig… nein, die Küche sieht schon fast ordentlich aus. Der ganze Müll ist getrennt und verpackt, die Kabel sauber aufgerollt. Hier nun als Abschluss die Nachher-Bilder von der Küche und ihrer Decke.

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Einige Tage später brachte Sven, der mit seinem LKW „eh grad in der Nähe“ war, die Reste der Küche mit, die wir nicht mehr in die Autos bekommen hatten, sowie weitere Möbel, die wir von Jan K. bekamen. Leider passte der LKW nicht durch unser Tor. Also wurde wieder geschleppt. Und auch dieses Fahrzeug hätte sich beinahe noch festgefahren. Aber es muss ja nicht alles schiefgehen! (Das Foto ist bearbeitet. In Wirklichkeit war es dunkler.)

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… und weiter geht’s!

Die thoeretische Zwischenprüfung und der Pflanzentest liegen hinter mir, nur die praktische kommt noch, Anfang Dezember. Zeit, sich wieder mehr mit dem Hof zu beschäftigen!

Eine Menge ist passiert während der letzten Woche. Das Dach über der Küche und dem Ostteil des Wohnzimmers hat jetzt eine komplett neue Lattung bekommen, nun kann ein Maurer auf’s Dach und den Schornsteinkopf neu machen. Wann genau das passieren wird, weiß ich noch nicht. Nächste Woche wird dann wahrscheinlich mein neuer Kamin für’s Wohnzimmer geliefert.

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Andrea und ich haben endlich auch den letzten Rest Gipswand-Müll aus der Küche entsorgt, der Raum sieht nun wieder richtig groß und ordentlich aus, obwohl darin auch noch jede Menge Reet herumliegt.

Am Samstag waren Andrea und ich wieder gut dabei. Unterstützung bekamen wir diesmal von Sabine, Christina, Brigitte und Sebastian, die extra aus Hamburg kamen und auch wieder viele brauchbare Dinge für den neuen Haushalt mitbrachten. Außerdem war Matthias dabei, den Andrea und ich über unsere Kieler Kleingärten kennengelernt hatten. Anfangs war es neblig, mittags kam dann aber die Sonne raus und es wurde ein richtig schöner Tag.

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Da ein neuer Kamin kommt, musste der alte weichen. Mit Muskeln und Gewalt ließ er sich von der Wand abziehen und wurde von uns in Einzelteile zerlegt, da er viel zu schwer war um ihn am Stück zu tragen. Das entstandene Loch hat uns gemeinsam mit der Räucherklappe eine Menge über die Vergangenheit des Kamins erzählt. Ganz original war der wohl nicht, früher muss da ein Kachelofen eingebaut gewesen sein, oder ähnliches. Damit’s nicht so kalt durch den Schornstein reinziehen kann, haben wir erstmal ein paar Müllsäcke in das Loch gestopft. Vorher wurde es gründlich gereinigt.

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Aus meinem Kleingarten hatte ich eine Vogel-Nisthilfe mitgebracht. Es ist eine Halbhöhle für beispielsweise Rotkehlchen. Sie hängt nun in der Weide rechts vom Eingangstor. Für Rotkehlchen vielleicht nicht ganz ideal, aber es gibt ja noch mehr Vogelarten in Köhnholz. Im Frühjahr wird sich zeigen, ob sie genutzt wird.

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Und dann waren da noch die Weiden, die in den Feuerlöschteich ragten. Gekappt waren die schon, aber umfallen wollten sie noch nicht, sie hingen in anderen Bäumen fest. Christina und Sebastian tobten sich mit der Kettensäge aus, und schon sieht der Teich zwar immer noch trocken, aber gleich viel gepflegter aus. Das Holz wartet nun darauf, zu Brennholz für den neuen Kamin verarbeitet zu werden.

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Andrea baute unserem Klo einen Sitz und einen Deckel an, und dann wollten wir eigentlich Feierabend machen. Leider gab’s dann Probleme mit einem der Autos (tatsächlich mal nicht mit meinem!) und wir mussten auf den ADAC warten. Der kam nun also schon zum zweiten Mal nach Köhnholz. Irgendwann kennen die den Weg. Die Wartezeit nutzten wir für eine ausgiebige Mahlzeit. Ich hatte heute morgen einfach vergessen etwas zu futtern und merkte allmählich, wie hungrig ich war. Während der ADAC-Mitarbeiter sich das Auto ansah, schleppten wir dann noch die Dachlatten, die immer noch in der Einfahrt lagerten, dorthin wo sie gebraucht wurden. Endlich sind alle Latten dort, wo sie hingehören.

Und dann war’s auch schon zu dunkel um noch etwas zu tun. Mit mehreren Kisten und Taschen voll frisch geernteter Äpfel im Kofferraum ging’s zurück nach Kiel. Ich glaube, ich weiß wer den morgigen Sonntag zum Apfelmus-Einkochen nutzen wird. 😉

Ein Tag, der seine Macken hatte, insgesamt aber echt brauchbar war, geht hiermit zu Ende.

Wettlauf mit den Jahreszeiten

Diese Woche habe ich leider nicht so viel geschafft. Ich hab mir eine Erkältung aufgehalst, die sich hartnäckig hält, aber unbedingt bis zur Zwischenprüfung am 7.11. weg sein muss. Also häng ich zu Hause im Bett und am Schreibtisch und erledige Papierkram, überweise Verwaltungsgebühren, erteile Einzugsermächtigungen etc. Seit dieser Woche ist aus der Vormerkung im Grundbuch ein echter Eintrag geworden. Ein schönes Gefühl. Jetzt ist es wirklich und ganz offiziell meins.

Meine Zimmermänner und Dachdecker haben das Dach über Küche und Wohnzimmer abgedeckt. Eigentlich wollten wir uns ja ums Haus herum vorarbeiten, aber diesen Bereich haben wir jetzt vorgezogen, da es dort am undichtesten war. Dort regnete es am meisten rein, das sollte vor dem Winter erledigt sein.

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Es gibt nun einen zweiten Reetberg auf dem Gelände. Ich hab mich mal als Größenvergleich davor gestellt. Die Gingkos bekommen nun jedenfalls keine kalten Füße mehr. Die alte Lattung, die aussah als wäre sie noch original von 1700, hat nun ausgedient und wurde durch eine neue ersetzt. Allein Lattung und Unterspannbahn sind bereits dichter als das, was sich da vorher „Dach“ schimpfte.

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Am Montag hat Julian wieder mit angepackt und das neue Klo im großen Bad angeschlossen. Der neue Spülkasten wurde direkt mit dem neuen Eckventil verbunden… und es funktioniert! Als der Hauptwasserhahn aufgedreht war, hat’s in der Küche dann auch wieder gesprudelt, also gibt es dort dann nun auch noch ein neues Ventil, das ist definitiv dichter als das vorherige. Und ebenfalls neu ist, dass man sich nun auch vernünftig die Hände waschen kann. Der Wasserhahn im großen Bad ist jetzt angeschlossen, und auch das Abflussrohr ist neu und dicht. Das Wasser ist zwar noch ziemlich kalt, aber immerhin! Die ganz Harten könnten jetzt sogar duschen! Im kleinen Bad gibt’s eine neue Duscharmatur inklusive Brausekopf.

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Als Julian schon wieder abgefahren war, freuten Andrea und ich uns so sehr über die neue Bad-Ausstattung, da haben wir vor lauter Freude leider auch die Duscharmatur im großen Bad zu schräg angeguckt. Sie ging an… und nie wieder aus. Da unser Fachmann schon weg war und wir auch keine Ersatzteile mehr hatten, haben wir den Hauptwasserhahn wieder abgedreht. Ist jetzt eh besser, denn es droht der erste Frost. Wäre zu schade, wenn alles wieder kaputt friert.

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Zum Abschluss des heutigen Berichtes ein paar Impressionen meiner Straße. Stau ist dort definitiv kein Problem. Ich bin gespannt, wie meine Karre sich dort im Winter schlägt.

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