In den letzten Jahren war ich über Silvester und Neujahr immer beim LARP. Eine Orga, die ich sehr schätze, veranstaltete die letzten Jahre immer gute Cons. Auch dieses Mal, allerdings dieses Mal ohne mich. Ich beschloss, dass ich das Geld lieber in den Hof investieren sollte, und die Zeit auch. So ganz wollte ich mir das Feiern aber nicht nehmen lassen, also fragte ich im Freundeskreis herum, wer Lust hätte, den Jahreswechsel auf dem Hof zu verbringen.

Es kamen einige, die schon oft dabei waren, aber auch solche, mit denen ich nicht gerechnet hatte: Mein Bruder, seine Frau und meine beiden Neffen (1,5 und 3,5). Ich habe mich über jeden einzelnen Gast sehr gefreut, über diese vier aber ganz besonders, sind sie doch extra etwa 400 km hin- und 400 km wieder zurückgefahren, nur um ein paar Stunden zu bleiben.

Nachmittags waren wir zuerst im Tierpark Gettorf, und genossen es, die Kattas zu füttern. Beide Kinder haben das super hinbekommen und die Kattas haben auch toll mitgespielt. Leider hatte ich keine Kamera dabei, meine Schwägerin war aber so nett, mit ihrem Handy ein paar Bilder zu machen.

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Wir fuhren dann weiter zu meinem Hof. Ich mit meinem Auto vorneweg, mein Bruder mit seiner Familie und deren Auto  hinterher. Die Kinder fanden es dann sehr witzig zu beobachten, wie ich die Restmülltonne von der Ecke, an der die Müllabfuhr wenden kann, mehrere Hundert Meter zurück zu meinem Hof brachte. Fenster runterkurbeln, Arm raus, Tonne greifen und mitziehen. Neben der Scheune wieder loslassen, Karre wenden und einparken, aussteigen, Tonne in die Scheune schieben. Ganz einfach. Hab ich einen Beifahrer, dann kann sogar eine zweite Tonne am Beifahrerfenster mit. Und weil meine Karre so schön schmal ist, passt das auch alles durch das Tor. Meine Neffen amüsierten sich so prächtig, dass ihre Mutter es fotografieren musste.

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Ich zeigte meiner Familie dann erstmal das Grundstück. Sie kannten es bisher nur von Fotos. So nach und nach trudelten dann auch die anderen Gäste ein. Wir hatten alle viel Spaß miteinander. Die Kinder bekamen Knallerbsen, und weil draußen alles schlammig war und die nicht geknallt hätten, wurde das drinnen auf den Steinen vorm Kamin erledigt.
Noch vor dem Tierparkbesuch hatten mein ältester Neffe und ich Stockbrotteig vorbereitet. Und so musste ein Lagerfeuer her! Andrea war so nett, für eins zu sorgen, während ich dem Lütten erklärte, wie man den Teig über’s Feuer bekommt.

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Man braucht einen Stock, der lang genug ist, dass man sich nicht die Finger verbrennt, den spitzt man dann oben etwas an, entfernt die Rinde. Dann kann der Brotteig in langen Streifen darumgewickelt werden. Ich verwende da immer ein Rezept, das ich während meines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FöJ) von meinem Chef in der Umweltberatungsstelle Lütjenburg bekommen hatte. Ich habe bisher kein besseres gefunden. Statt Zucker wird Honig verwendet, was die Brote etwas gesünder und vor allem sehr viel leckerer macht.

  • 250 g Mehl
  • 1/4 Teelöffel Salz
  • 1 Tüte Hefe
  • 150 ml lauwarmes Wasser
  • 1 Esslöffel Honig
  • 3 Esslöffel Öl

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Irgendwann musste die junge Familie sich dann wieder auf den Rückweg machen, und wir anderen verzogen uns wieder ins Wohnzimmer, lungerten vorm Kamin herum, machten ein 1000-Teile-Puzzle, tranken Bier, Odins-Trunk und Runentee, normalen Tee und Softdrinks, futterten Unmengen and Sandwiches und Waffeln, erzählten uns Anekdoten oder schwiegen einfach nur zusammen. Es war gemütlich, einfach nur gemütlich.

Später bequemten sich Andrea, Jan, Lina, Meryem, Oliver und ich  doch noch mal nach draußen, zündeten ein paar Fontänen, aber nichts Großes, wir ließen es weiterhin ruhig angehen. Irgendwo in weiter Ferne wurden Raketen abgeschossen, das sah toll aus. und überhaupt… diese Ruhe! Was an Böllern zu hören war, kam von weit weg ganz leise bei uns an. Ich kannte bisher Silvester in Berlin, in Kiel, in Wanderup und auf Schloss Dreilützow beim LARP. Aber so ruhig und gemütlich war’s noch nie. Ich hatte schon Bedenken, dass meine Gäste es langweilig finden könnten, bis ich mitbekam, wie sie sich darüber unterhielten, dass es so schön ruhig und gemütlich war. Herrlich!

Zwischendurch waren noch Jan Peter mit Partnerin und Hund für ein paar Stunden da. Wir sangen, spielten Gitarre und Djembe.

Zum Schlafen verteilten wir uns im Wohnzimmer und dem darüber liegenden Raum. Ich schlief richtig gut in dieser Nacht.

Gegen 12 Uhr mittags wurde ich wach. Meine Kumpels hatten sich wieder vorm Kamin versammelt. Und dann wurde es laut. Lina spielte ihren Dudelsack, und Andrea wollte meine Kreissäge ausprobieren. Es kann so unglaublich toll sein, wenn die Nachbarn außer Hörweite sind!