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Träume nicht dein Leben sondern lebe deinen Traum

Monat: März 2017

Rote Drachen 6

Die Tage und Wochen vor der Con hatte es nun also geregnet, fast durchgängig und ziemlich viel. Das Gelände versumpfte schon vor der Veranstaltung, wie sollte das bloß mit so vielen Leuten werden?

Ich plante um. Die NSCs bekamen einen neuen Platz, die SCs bekamen den NSC-Platz und verließen damit den Sumpf. Für Schlachten sollte nicht mehr der Feldherrenhügel, sondern die Fläche rund um eine Esche herhalten…

   

Am Vorabend waren bereits einige Helfer da. Gegen die Nässe draußen waren wir machtlos. (Warum hatte ich mir keinen Bagger zum Geburtstag gewünscht? Wir hätten die Gräben vertiefen können.) Aber auch auf dem Dachboden gab es eine Quelle des Übels. Zwei vermeintliche Heizungsrohre waren wohl in Wirklichkeit Bestandteil des Durchlauferhitzers, der hier irgendwann mal existiert haben musste. Sobald der Hauptwasserhahn offen war, sprudelte es munter heraus.

Und so verbrachte ich den Abend meines 30. Geburtstages damit, eine Möglichkeit zu finden, diese Rohre dicht zu bekommen. Erst einmal wurden sie durch das Loch in der Decke des Kleinen Bades ins Waschbecken geleitet. Dann fiel uns der kaputte Abfluss wieder ein. Ein Besuch im Baumarkt und ein neues Rohr sollten das regeln, taten es aber nicht. Es war zwar dichter als vorher, aber eben noch nicht perfekt. Ein Schlauch und ein Trichter sollten das herauströpfelnde Nass dann in die Dusche ableiten. Ein Eimer passte wegen eines Regalbrettes im Unterschrank nicht darunter. Da das auch nicht so richtig funktionieren wollte, kam noch eine Säge zum Einsatz und der Unterschrank hat jetzt ein Brett weniger. Was nervt, kommt ab. Hab ich 2002 mit meinen damals noch langen Haaren genauso gemacht.

Was nun aber mit den Rohren tun? Erstmal in eine handlichere Form bringen und etwas kürzen. Dann fiel uns der Chemiekoffer wieder ein, den wir mal im Schuppen beim Aufräumen gefunden hatten. Ob da wohl ein Stopfen oder ein Korken zu finden wäre? Leider war der ganze Chemiekoffer verschwunden.

Aber wer Geburtstag hat, der bekommt manchmal Alkohol geschenkt. Also suchten wir uns die einzige Metflasche mit einem Korken heraus und standen auch schon vor dem nächsten Problem: Es gab keinen Korkenzieher. Aber die Stimmung war gut, der Abend lang, nach müde kommt albern und irgendwann danach kommt Ideenreichtum. Eine Schraube wurde in den Korken gedreht und das ganze mit einer Zange herausgezogen. Das hat sogar funktioniert.

   

Nun war die Flasche offen und musste natürlich geleert werden. Irgendwer stimmte „Blau wie das Meer“ an und wir dichteten uns unsere eigene Version des Liedes, während Alex im Taschenlampenlicht den Korken zurechtstutzte und in das Rohr schob. Dieses wurde anschließend am Ende zusammengebogen und fünfhundertsiebenundzwanzigmal mit Panzertape umwickelt. Das war dann sogar einigermaßen dicht und tropfte nur noch etwas. Im Gegensatz zu den Sturzbächen davor eine echte Verbesserung.

   

„Schon als Bauhelfer hab ich meine Seele verkauft,
für ’ne große Flasche Met mit ’nem Korken darauf.
Ich will nur kurz dran nippen, da passiert mir ein Malheur:
Ich stopf den Korken in das Rohr, die Flasche muss leer!

Ich bin blau wie das Meer,
voll wie unser Heizungsrohr,
breit so wie die Ärsche von den Weibern auf Tortuga,
ich bin blau wie das Meer,
geladen wie ein Bordgeschütz
und dichter als der Nebel in Köhnholz!“

Wenn ich mir anschaue, was für einen Blödsinn manche Leute an ihrem 30. Geburtstag machen (müssen), dann hat’s mich hier echt gut getroffen. Zur Feier des Tages fiel noch eine unbeteiligte Fliese von der Wand im Großen Bad und wir wussten: Es ist Zeit ins Bett  zu verschwinden.

Am nächsten Morgen wurden wir ganz liebevoll von den Handwerkern geweckt, die diverse Geräte nutzten, unter anderem eine Kreissäge. Und dann reisten auch schon die ersten Spieler und NSCs an! Die meisten davon schafften es, sich nicht im Schlamm festzufahren, einige aber auch nicht. Je später es wurde, desto abenteuerlicher wurde die Parkplatzsituation. Alle am Feldweg parken zu lassen wäre eine gute Idee gewesen… bei gutem Wetter.

   

Und dann ging’s los. Die folgenden Fotos wurden von Oliver Geisler und der Magiergarde gemacht und freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

   

   

Die große Wiese hielt sich anfangs noch ganz gut. Später schickten wir NSCs los, die matschigsten Löcher mit Reet zu füllen. Von beidem war genug da.

   

Wenigstens in der Taverne war’s trocken. Allerdings nur der Boden. Am Tresen wurde dafür gesorgt, dass die Becher der Gäste (und die Gäste selbst) immer gut gefüllt waren.

Draußen wurde es immer matschiger, und leider hielten sich die Spieler mal wieder nicht an den Plot. Nicht unter dem Baum wurde gekämpft, sondern doch am Hügel. Es dauerte nicht lange, und man hatte das Gefühl in Sachen Untergrund in Wacken zu sein.

   

Leider hatten innerhalb der letzten Tage zahlreiche SCs, aber nur ein einziger NSC abgesagt. So waren mehr NSCs als SCs da und die SCs kamen nicht recht zum Zuge. Bei einigen sorgte das leider am Samstag Nachmittag für etwas Langeweile. Andere ließen sich nicht aufhalten und starben wieder und wieder episch im Kampf… mitten im besten Matschloch.

   

   

   

   

   

Die Benjes-Hecken bewährten sich als Schutzwall für das Spielerlager und wurden von diesen noch um weiteres Holz vergrößert. Es waren die Stämme, aus denen ich eigentlich noch Brennholz machen wollte. Aber da liegen sie jetzt auch erstmal nicht schlecht.

   

   

   

Mein Fazit aus Gelände-Sicht: Es hat Spaß gemacht! Ich kann aber auch den Spieler verstehen, der mit hinterher sagte, es wäre noch zu früh für eine Con gewesen. Vieles war noch improvisiert. Andere störten sich daran überhaupt nicht. Einige fanden es sogar authentisch, das Kleine Klo aus einem Wassereimer zu spülen. Soweit wäre ich dann doch eher nicht gegangen.

Sonntag früh um 2 Uhr musste ich raus und die Klärgrube abpumpen, die beinahe übergelaufen wäre, obwohl ich sie in der Woche vor der Con noch einmal geleert hatte. Nicht nur die Taverneneinnahmen sprechen für einen großen Bierkonsum. Lästig, aber es kann ja jetzt nur besser werden. Eines Tages wird diese Pumpe wieder am Stromnetz des Hauses angeschlossen sein (das aktuell nur aus einem Baustromverteiler besteht) und sich bei Bedarf selbst abpumpen.

Gegen den Schlamm und Matsch plane ich eine Vertiefung der Gräben mit ein paar netten Brücken darüber. Und sobald die Küche wieder einigermaßen nach Küche aussieht kann man die noch an die Taverne anschließen und mitnutzen, falls es sonst zu eng wird. Aber das ist Zukunftsmusik, dafür fehlt derzeit das Geld.

Am Ende der Con zählten wir 11 Autos, die aus dem Schlamm geschoben werden mussten, davon war eins auch noch in den Graben neben dem Feldweg gerutscht. Aber mit 13 Helfern ließ sich auch das Problem lösen. Ein fester Parkplatz muss her! Leider reichen die Überschüsse aus der Con noch nicht dafür. Aber sie sind ein Anfang und es wird nicht die letzte Con gewesen sein.

Letzte Arbeiten vor „Rote Drachen 6“

Am 25. und 26. Februar fanden sich wieder zahlreiche Helfer auf dem Hof ein. Für das nächste Wochenende war die erste größere LARP-Veranstaltung geplant, und es sollte aufgeräumt werden. Es galt, Stolperfallen zu beseitigen, herumliegende Bäume zu beseitigen, tote und absturzgefährdete zu fällen und kleinzuhacken.

       

Da es die ganze Zeit regnete wurden größere Stücke in Scheune und Schuppen zerlegt.

   

Während Mareike und ich immer mehr in Kettensägen-Laune kamen, perfektionierten Tom, Oliver A. und Oliver E. ihre Fähigkeiten im Holzhacken.

   

Thomas bastelte an einer neuen Benjes-Hecke und Meryem trotzte ebenfalls dem Regen und tat das gleiche auf der anderen Grundstücksseite. Dabei konnte man dem Feuerlöschteich beim Volllaufen zuschauen. Dem Rest des Geländes leider auch.

   

   

Nachdem der mittlerweile recht stattliche Holzstapel im Schuppen zum dritten Mal in sich zusammengestürzt war, bastelten Oliver E. und ich eine alte Tür, die im Schuppen herumlag an einen Deckenbalken. Die hält den Stapel nun vom Rutschen ab und wir können noch höher aufschichten.

Am 28. Februar war der Teich dann voll. Auf facebook kam die Idee auf, ihn im Sommer als Badesee zunutzen.

Abwasser-Klärung und Wasser von oben

Am 20. Februar traf ich mich mit einem Fachmann der Firma N.A.T., die biologische Kläranlagen baut und wartet. Wir schauten uns das Dreikammer-System an sowie den Pumpenschacht, ließen die Pumpe arbeiten und begutachteten das Schilfbeet. Insgesamt ist der Zustand nicht so schlecht wie befürchtet, aber auch nicht so wie er sein sollte. Das Schilfbeet muss neu, der Rest kann bleiben.

   

Die Maurer waren auch da und trugen den alten Schornsteinkopf ab.

  

Drinnen lag wieder jede Menge Müll zum Eingepacktwerden bereit. Im Laufe der Woche half mir Meryem netterweise dabei.

   

Leider musste ich feststellen, dass auf dem Dachboden eine Plane gerissen war. Das Wasser sickerte munter ins Wohnzimmer durch.

  

Mein Dachdecker sagte mir zwar telefonisch zu, sich sofort darum zu kümmern, am nächsten Tag war das Loch aber immer noch da und das Haus noch ein Stück nasser. Der Zimmermann hat’s dann gerichtet.

Was tun mit Regentagen?

Was tun mit Regentagen? Der 19. Februar war ein solcher. Wir verbrachten ihn damit, das Holz, das bereits gespalten war, in den Schuppen zu räumen. Vom vorigen Tag lag noch jede Menge draußen herum. Matthias, Mareike und Wolf packten fleißig mit an und es war schnell erledigt.

   

Dann machten wir uns daran, das Holz, das noch nicht in kamintauglicher Größe war, klein zu hacken oder kürzer zu sägen.

In einer Regenpause machten wir einen Rundgang über’s Gelände und verschafften uns einen Überblick darüber, was noch zu tun ist und was schon geschafft wurde. Dabei fanden wir dann die ersten Frühblüher: Märzenbecher und Narzissen.

   

Vor allem im alten Apfelgarten war schon gut was los. Dort konnten sich die Pfanzen in den letzten Jahren offensichtlich ungestört ausbreiten.

   

  

  

  

  

  

  

Wo wir gerade in Holz-Laune waren, wurde die Kreissäge angeschmissen. Matthias schaffte die Latten durch’s Fenster rein, die noch vor dem Südgiebel gelegen hatten. Das war mal die alte Schlafzimmerwand und ein begehbarer Kleiderschrank.

Mareike kürzte sie mit der Kettensäge bis sie in einer Länge war, die ich trotz vollgestelltem Raum durch die Kreissäge jagen konnte. Heraus kam jede Menge Brennholz, das jetzt im Vorraum lagert und darauf wartet, das Wohnzimmer zu heizen.

  

Weiden und Benjeshecken

Am 18. Februar waren dann wieder zahlreiche Helfer da. Während Mareike und ich uns mit den Kettensägen austobten, machten sich Sven, Nicole, Daemon, Dennis, Thomas und Meryem daran, die Benjeshecken weiter wachsen zu lassen. Später kamen noch Matthias, Wolf und Sören dazu, und bei so vielen Leuten ist es klar, dass auch sehr viel geschafft wurde.

Diesmal fällten wir nichts, sondern machten klein was schon lag. das Weidengewusel am Sumpf wurde etwas eingedämmt, es entstand ein Weg zum Graben, gesäumt von einer Benjeshecke. Irgendwann kommt mal eine Brücke über diesen Graben, dann besteht ein schöner direkter Weg vom Feldherrenhügel zur Taverne. Aber das dauert wohl noch.

                                             

Kleine Fortschritte

Anfang Februar war ich bei meiner Oma im Emsland. Von dort brachte ich ein paar kleine Bäumchen mit, die am 7. Februar von Andrea und mir liebevoll an die Ostgrenze des Grundstücks gepflanzt wurden. Wo Bäume gefällt werden, sollten immer auch welche nachgepflanzt werden!

Drinnen hatten die Handwerker die ehemalige Dämmung meines zukünftigen Schlafzimmers abgerissen, die wollte in Säcke verpackt werden.

   

Den begehbaren Kleiderschrank, der sich bei genauerem Hinsehen als Marderparadies entpuppte, bugsierten sie einfach aus dem Fenster ins Freie. Er hat Fliegen gelernt! Da unten wartet er nun darauf, dass meine Kreissäge ihn zu Brennholz verarbeitet. Zum Glück bestand er aus unlackiertem Holz.

Leevke (*19.1.2010 / +30.1.2017)

Am 30. Januar 2017 musste ich leider eins meiner geliebten Meerschweinchen einschläfern lassen. Leevke hatte am 19. Januar mit einem großen Gemüseteller ihren 7. Geburtstag gefeiert, ein stolzes Alter. Leider plagten sie starke Rückenschmerzen wegen einer Spondylose und diverse andere altersbedingte Probleme.

   

Sie fraß immer langsamer, ihr fehlte die Kraft zum Kauen. Päppelfutter nahm sie gerne, aber auch immer weniger. Eigentlich wollte sie den ganzen Tag nur schlafen. Anfangs half Schmerzmittel, zum Schluss nicht mehr. Ich konnte das nicht mehr mit ansehen.

Nun ist Leevke unter einer Hainbuche auf dem Resthof beerdigt und die Primeln aus dem Wohnzimmer zieren ihr Grab. Mareike gab mir eine hübsche Kamelien-Blüte. Zum Glück half mir Lina ein möglichst tiefes Grab auszuheben. Alleine hätte ich nur dagesessen und geheult. Meine Leevke… Ruhe in Frieden und ohne Rückenschmerzen.

    

Noch ein Sägen-Massaker

Am 28. und 29. Januar mussten weitere Bäume auf dem Knick dran glauben. Außerdem wurden einige Weiden zu Kleinholz verarbeitet, die so aussahen, als wollten sie uns gleich morgen auf den Kopf fallen. Hiermit sind wir ihnen nun zuvor gekommen. Während Mareike und ich uns die großen Dinge mit den Kettensägen vornahmen, bastelten Sascha, Maraike, Andrea und Lisa mit den dünneren Zweigen an den Benjes-Hecken weiter.

   

Den Abend verbrachten wir entspannt am Kamin, wärmten uns wieder auf, puzzelten 1000 Teile zusammen und futterten Pizza. Zum Frühstück gab’s dann die Pizzareste und einige Brötchen.

   

Andrea hatte ein paar Primeln mitgebracht, die kurz vor’m Verblühen waren. Jemand hatte sie in den Müll getan, bei uns waren sie noch als Deko gut.

Nach dem Frühstück wurden die Kettensägen gereinigt und die Ketten geschärft. Leider hängt überall im Knick Draht herum, die Reste eines ehemaligen Zaunes. Den  Sägeketten gefällt das gar nicht.

Alles wieder zusammenbauen, Sprit und Kettenöl nachtanken, und los ging’s wieder. Lisas Kumpel Joschi war noch dazugekommen, und die beiden nahmen sich den Apfelgarten vor. Die Bäume dort sind sehr verwahrlost, wurden offensichtlich seit vielen Jahren nicht gepflegt. Die, die noch leben, sind vergreist. Bei einigen wird wohl nur noch eine Fällung in Frage kommen, aber andere sind noch zu retten. Lisa und Joschi gaben ihr bestes.
   

… und Faultiere waren da auch …

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