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Träume nicht dein Leben sondern lebe deinen Traum

Rote Drachen 6

Die Tage und Wochen vor der Con hatte es nun also geregnet, fast durchgängig und ziemlich viel. Das Gelände versumpfte schon vor der Veranstaltung, wie sollte das bloß mit so vielen Leuten werden?

Ich plante um. Die NSCs bekamen einen neuen Platz, die SCs bekamen den NSC-Platz und verließen damit den Sumpf. Für Schlachten sollte nicht mehr der Feldherrenhügel, sondern die Fläche rund um eine Esche herhalten…

   

Am Vorabend waren bereits einige Helfer da. Gegen die Nässe draußen waren wir machtlos. (Warum hatte ich mir keinen Bagger zum Geburtstag gewünscht? Wir hätten die Gräben vertiefen können.) Aber auch auf dem Dachboden gab es eine Quelle des Übels. Zwei vermeintliche Heizungsrohre waren wohl in Wirklichkeit Bestandteil des Durchlauferhitzers, der hier irgendwann mal existiert haben musste. Sobald der Hauptwasserhahn offen war, sprudelte es munter heraus.

Und so verbrachte ich den Abend meines 30. Geburtstages damit, eine Möglichkeit zu finden, diese Rohre dicht zu bekommen. Erst einmal wurden sie durch das Loch in der Decke des Kleinen Bades ins Waschbecken geleitet. Dann fiel uns der kaputte Abfluss wieder ein. Ein Besuch im Baumarkt und ein neues Rohr sollten das regeln, taten es aber nicht. Es war zwar dichter als vorher, aber eben noch nicht perfekt. Ein Schlauch und ein Trichter sollten das herauströpfelnde Nass dann in die Dusche ableiten. Ein Eimer passte wegen eines Regalbrettes im Unterschrank nicht darunter. Da das auch nicht so richtig funktionieren wollte, kam noch eine Säge zum Einsatz und der Unterschrank hat jetzt ein Brett weniger. Was nervt, kommt ab. Hab ich 2002 mit meinen damals noch langen Haaren genauso gemacht.

Was nun aber mit den Rohren tun? Erstmal in eine handlichere Form bringen und etwas kürzen. Dann fiel uns der Chemiekoffer wieder ein, den wir mal im Schuppen beim Aufräumen gefunden hatten. Ob da wohl ein Stopfen oder ein Korken zu finden wäre? Leider war der ganze Chemiekoffer verschwunden.

Aber wer Geburtstag hat, der bekommt manchmal Alkohol geschenkt. Also suchten wir uns die einzige Metflasche mit einem Korken heraus und standen auch schon vor dem nächsten Problem: Es gab keinen Korkenzieher. Aber die Stimmung war gut, der Abend lang, nach müde kommt albern und irgendwann danach kommt Ideenreichtum. Eine Schraube wurde in den Korken gedreht und das ganze mit einer Zange herausgezogen. Das hat sogar funktioniert.

   

Nun war die Flasche offen und musste natürlich geleert werden. Irgendwer stimmte „Blau wie das Meer“ an und wir dichteten uns unsere eigene Version des Liedes, während Alex im Taschenlampenlicht den Korken zurechtstutzte und in das Rohr schob. Dieses wurde anschließend am Ende zusammengebogen und fünfhundertsiebenundzwanzigmal mit Panzertape umwickelt. Das war dann sogar einigermaßen dicht und tropfte nur noch etwas. Im Gegensatz zu den Sturzbächen davor eine echte Verbesserung.

   

„Schon als Bauhelfer hab ich meine Seele verkauft,
für ’ne große Flasche Met mit ’nem Korken darauf.
Ich will nur kurz dran nippen, da passiert mir ein Malheur:
Ich stopf den Korken in das Rohr, die Flasche muss leer!

Ich bin blau wie das Meer,
voll wie unser Heizungsrohr,
breit so wie die Ärsche von den Weibern auf Tortuga,
ich bin blau wie das Meer,
geladen wie ein Bordgeschütz
und dichter als der Nebel in Köhnholz!“

Wenn ich mir anschaue, was für einen Blödsinn manche Leute an ihrem 30. Geburtstag machen (müssen), dann hat’s mich hier echt gut getroffen. Zur Feier des Tages fiel noch eine unbeteiligte Fliese von der Wand im Großen Bad und wir wussten: Es ist Zeit ins Bett  zu verschwinden.

Am nächsten Morgen wurden wir ganz liebevoll von den Handwerkern geweckt, die diverse Geräte nutzten, unter anderem eine Kreissäge. Und dann reisten auch schon die ersten Spieler und NSCs an! Die meisten davon schafften es, sich nicht im Schlamm festzufahren, einige aber auch nicht. Je später es wurde, desto abenteuerlicher wurde die Parkplatzsituation. Alle am Feldweg parken zu lassen wäre eine gute Idee gewesen… bei gutem Wetter.

   

Und dann ging’s los. Die folgenden Fotos wurden von Oliver Geisler und der Magiergarde gemacht und freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

   

   

Die große Wiese hielt sich anfangs noch ganz gut. Später schickten wir NSCs los, die matschigsten Löcher mit Reet zu füllen. Von beidem war genug da.

   

Wenigstens in der Taverne war’s trocken. Allerdings nur der Boden. Am Tresen wurde dafür gesorgt, dass die Becher der Gäste (und die Gäste selbst) immer gut gefüllt waren.

Draußen wurde es immer matschiger, und leider hielten sich die Spieler mal wieder nicht an den Plot. Nicht unter dem Baum wurde gekämpft, sondern doch am Hügel. Es dauerte nicht lange, und man hatte das Gefühl in Sachen Untergrund in Wacken zu sein.

   

Leider hatten innerhalb der letzten Tage zahlreiche SCs, aber nur ein einziger NSC abgesagt. So waren mehr NSCs als SCs da und die SCs kamen nicht recht zum Zuge. Bei einigen sorgte das leider am Samstag Nachmittag für etwas Langeweile. Andere ließen sich nicht aufhalten und starben wieder und wieder episch im Kampf… mitten im besten Matschloch.

   

   

   

   

   

Die Benjes-Hecken bewährten sich als Schutzwall für das Spielerlager und wurden von diesen noch um weiteres Holz vergrößert. Es waren die Stämme, aus denen ich eigentlich noch Brennholz machen wollte. Aber da liegen sie jetzt auch erstmal nicht schlecht.

   

   

   

Mein Fazit aus Gelände-Sicht: Es hat Spaß gemacht! Ich kann aber auch den Spieler verstehen, der mit hinterher sagte, es wäre noch zu früh für eine Con gewesen. Vieles war noch improvisiert. Andere störten sich daran überhaupt nicht. Einige fanden es sogar authentisch, das Kleine Klo aus einem Wassereimer zu spülen. Soweit wäre ich dann doch eher nicht gegangen.

Sonntag früh um 2 Uhr musste ich raus und die Klärgrube abpumpen, die beinahe übergelaufen wäre, obwohl ich sie in der Woche vor der Con noch einmal geleert hatte. Nicht nur die Taverneneinnahmen sprechen für einen großen Bierkonsum. Lästig, aber es kann ja jetzt nur besser werden. Eines Tages wird diese Pumpe wieder am Stromnetz des Hauses angeschlossen sein (das aktuell nur aus einem Baustromverteiler besteht) und sich bei Bedarf selbst abpumpen.

Gegen den Schlamm und Matsch plane ich eine Vertiefung der Gräben mit ein paar netten Brücken darüber. Und sobald die Küche wieder einigermaßen nach Küche aussieht kann man die noch an die Taverne anschließen und mitnutzen, falls es sonst zu eng wird. Aber das ist Zukunftsmusik, dafür fehlt derzeit das Geld.

Am Ende der Con zählten wir 11 Autos, die aus dem Schlamm geschoben werden mussten, davon war eins auch noch in den Graben neben dem Feldweg gerutscht. Aber mit 13 Helfern ließ sich auch das Problem lösen. Ein fester Parkplatz muss her! Leider reichen die Überschüsse aus der Con noch nicht dafür. Aber sie sind ein Anfang und es wird nicht die letzte Con gewesen sein.

2 Kommentare

  1. Ich hatte meinen Spaß und der Matsch entwickelte Eigenleben.
    Meine Orkbotten sind echt Matschtauklich, andere Schuhe nicht so.
    Mein schöner Matschfund war nicht der Kupfer den irgendwer verloren hat, sondern für Schuhsohle die mich durchaus erheiterte XD

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