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Kategorie: Flora & Fauna

Hornissen

Draußen in der Wand vor meinem Schlafzimmerfenster hatten sich drei Wespen-Völker angesiedelt. Südseite, sonnig, das mögen die natürlich.
Ich habe nun ein Fliegengitter vor einem der beiden Schlafzimmerfenster, um im Sommer bei gekipptem Fenster schlafen zu können.
Ansonsten waren die Wespen kein Problem. Auf dem Dachboden gab’s im Nord- und im Südgiebel jeweils ein wirklich stattliches Hornissennest. Gemeinsam schafften es diese beiden Völker, die Wespen arg zu dezimieren.

Links der Südgiebel, rechts der Nordgiebel.

   

Wenn nachts in der Diele Licht anblieb, dann kamen auch schon mal Hornissen nach unten. Löcher im Boden gab’s ja genug dafür. Und dann fanden sie nicht mehr heraus.
Am nächsten Morgen brachten wir die Tiere dann immer nach draußen, setzten sie vor der Tür auf einem Holzklotz ab und sie durften sich an Marmelade, Honig oder Gelee stärken.

   

Zum Glück sind Hornissen ja echt friedlich und überhaupt nicht aggressiv wenn man sie in Ruhe lässt. So konnte ich mit meiner Kamera echt dicht dran und diese Bilder machen.

   

Frühling 2018

Ein paar Impressionen des Frühlings. Da dürfen Sonnenuntergänge natürlich nicht fehlen…

… genauso wenig wie die omnipräsenten Rehe.

   

Anfangs ließ der Frühling sich Zeit. An Gründonnerstag noch einmal Schnee-Chaos, und einen geplatzten Winterreifen an meiner Karre, nur eine Woche vor dem Termin zum Wechsel auf Sommerreifen.
Da stand ich dann in Gettorf am Straßenrand, gegen 6:15 Uhr und rief den ADAC an. Ich hatte zwar einen Ersatzreifen dabei, auch Wagenheber und Radkreuz, aber leider auch eine Sehnenscheidenentzündung im rechten Handgelenk. Ich bekam den kaputten Reifen einfach nicht los. Ich müsste ein bisschen warten, hieß es am Telefon. Durch den erneuten Wintereinbruch gäbe es eine Menge gestorbener Batterien und anderer wetterbedingter Probleme… aber ab 8:00 Uhr wären dann ja noch mehr Mechaniker im Einsatz… Ich saß also in der Karre und fror.
Um 7:00 Uhr machte der Autohändler auf der anderen Straßenseite auf. Ich ging dort hin und fragte nach Hilfe, aber dort war man so im Stress („jetzt vor den Feiertagen!“), dass man leider nicht helfen konnte. Also weiter warten. Es wurde kalt in der Karre.
Da klopfte jemand an die Beifahrertür. Ich kurbelte das Fenster herunter. „Ist bei Ihnen alles in Ordnung?“ Der junge Mann hatte den Warnblinker und das Warndreieck gesehen. – „Bei mir schon, bei meinem Auto leider nicht. Hat ’nen Platten.“ – „Haben Sie Werkzeug da? Und ’nen Ersatzreifen? Dann wechsel ich den eben.“ Und er tat es. Keine Ahnung wer das war, ich kannte ihn nicht. Umso dankbarer war ich ihm. Denn so kam ich nun eine Stunde früher als befürchtet zur Arbeit, eine Stunde, in der ich nicht frieren und warten musste.
Als ich mit einer Freundin vor ein paar Jahren in Kenia war um mein Patenkind zu besuchen, hatten wir da auch mal eine Panne. Insgesamt kamen vier Fahrzeuge an uns vorbei, und alle vier hielten an und fragten ob wie Hilfe bräuchten, Werkzeug hätten, noch genug Wasser hätten, oder ob man sonst irgendwie helfen könnte. In Deutschland hält niemand an. Ich hatte früher auf dem Schulweg immer das Gefühl, wenn ich in der U-Bahn einen Herzinfarkt bekomme und sterbend herumliege, dann steigen die Menschen über mich drüber und regen sich darüber auf, dass ich im Weg liege.  Mein Glaube an die Menschheit wurde in Kenia gerettet durch die Selbstverständlichkeit der Menschen dort, mit der sie Hilfe anboten. Mein Glaube an die Menschheit in Deutschland wurde nun von diesem jungen Mann gerettet.

   

Nach und nach bekam der Frühling Kraft. Eine Orga, die am 1. Mai auf meinem Grundstück eigentlich eine Veranstatung geplant hatte, musste sie wegen der nach dem völlig verregneten Herbst, Winter und frühen Frühling durchweichten Böden noch absagen.
Dann aber kam die Sonne.  Sie sollte den ganzen Sommer über bleiben. Vom einen Extrem (zu nass) ging es zum anderen (monatelang kein Regen).

   

Anfangs war der Löschteich noch gut gefüllt. Doch dann trieben die Bäume und Sträucher aus, und die hatten Durst! Als nur noch eine kleine Pfütze im Teich geblieben war, brachten wir die Tiere, die sich in den wenigen verbliebenen Kubikzentimetern tummelten, per Eimer-Taxi in einen tieferen Teich, der noch etwas mehr Wasser hatte.

   

Der Sanddorn blühte und gab einen Vorgeschmack auf die Menge, die man im Sommer ernten können würde. Und auch alle möglichen anderen Pflanzen blühten prächtig.

   

Irgendwelche Tiere mit kleinen Pfötchenabdrücken tummelten sich in der Einfahrt und vom Schlafzimmerfenster aus konnte ich Rehe fotografieren.

   

Nun hatte ich die Wahl: Das Erdbeerbeet jäten und fit für die kommenden Früchte machen, oder für die Abschlussprüfungen lernen? Ich hatte Lust auf Erdbeeren und jätete.

In der letzten standhaften Kleingartenparzelle auf dem (vielleicht / hoffentlich doch nicht) zukünftigen Möbel-Kraft-Gelände in Kiel hatte noch ein von seinem Besitzer sehr geliebter Pflaumenbaum gestanden. Nun waren Bagger durch diesen Garten gepflügt und mit der Baggerschaufel wurde dieser arme Baum umgerissen.
Weil aber Andreas G. seinen Baum wirklich gerne hatte, haben wir versucht ihn zu retten. Er wurde dort also liebevoll aufgenommen, mit möglichst vielen Wurzeln, obwohl er natürlich schon durch den Bagger viele verloren hatte. Ein bisschen zurückgeschnitten haben wir ihn auch. Weniger Wurzeln können nicht mehr die ganze Krone ernähren, und er sollte ja weiterleben, zur Not eben mit weniger Ästen.
Und dann kam er zu mir auf’s Grundstück.

   

Nun hofften wir alle, dass die Verletzungen durch die Baggerschaufel keine bleibenden Schäden (z.B. Pilzinfektionen) hervorrufen würde, und das Bäumchen gut anwachsen möge.
Und es tat uns den Gefallen. (Wenn auch etwas schief.)

   

Blätter, Knospen…
Der Frühling wurde immer heißer und trockener, die Blätter hingen, die Blüten fielen herunter. Eimerweise schleppte ich das Wasser vom Löschteich zum Pflaumenbaum und tat mein bestes. Mit dem nächsten Gehalt kaufte ich dann einen 100 Meter langen Gartenschlauch und legte eine Direktverbindung zum Wasserhahn an der Küchentür. Der Löschteich war inzwischen auch ausgetrocknet.

Die Pflaumenernte war zwar verloren, der Baum aber nicht, der hat auch den heißen Sommer überstanden.

   

Zu einer üblichen Prüfungsvorbereitung gehört natürlich auch gaaaanz viel Ablenkung, und daher gibt es auch ebenso viele Fotos vom Erwachen der Natur. Seien es Zaunkönige im Gestrüpp, oder die Lilien am Löschteich…

   

Ich liebe es einfach, wenn nach so einem verregneten grauen Herbst-Winter die Natur zeigt, was Leben ist.

   

Tatsächlich fielen Stachelbeer- und Erdbeer-Ernte diesmal wirklich gut aus! Für die Nacktschnecken, die mir letztes Jahr jede einzelne Erdbeere weggefuttert haben, die nicht schon die Ziegen gefressen hatten, war es viel zu heiß und trocken. So konnte ich nun jeden Tag wenn ich von der Arbeit kam ein paar Erdbeeren naschen.

    

Rasen mähen fiel erstmal flach. Irgendwann musste ich dann ja doch noch etwas für die Prüfung tun… keine Zeit. So konnten sich auch die Wildkräuter frei entfalten. Rund um die Arena erschien ein unscheinbares, doch wunderschönes Blütenmeer, das auch von Insekten gerne angenommen wurde.

   

   

   

Zwischen diversen Gräsern blühte auch das Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis), eine Art der Feuchtwiesen. Da dieser Lebensraum leider in den letzten Jahrzehnten immer knapper wurde, wurde auch das Wiesenschaumkraut immer seltener. Es blüht im Frühjahr und schmeckt lecker nach Kresse. Ansonsten ist es ziemlich unscheinbar.

   

   

Sogar in der biologischen Kläranlage blühte es! Die Lilien gaben ihr Bestes. Im „Rasen“ vor dem Schilfbeet gab es dazu noch Nelken zu bestaunen.

   

… und die Wiese wucherte, und wucherte … Einfach mal wachsen lassen!

   

Irgendein komischer Vogel war übrigens der Meinung, dass unsere Kampfarena ein toller und vor allem gut geeigneter Nistplatz sei. Unter der Treppe zum Pöbelpodest gab es Nachwuchs.

   

… und dann kam der Sommer!

   

Noch heißer, noch trockener… Eine Herausforderung an uns Gärtner und eine Entschädigung für die verregneten Monate zuvor!

   

   

Vögel

Was tut man, wenn sich die Abschlussprüfung unaufhaltsam nähert?
Man geht raus und fotografiert Vögel. Ungemein entspannend. Und das Wetter musste einfach genossen werden.

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

   

   

  

  

   

Und zu guter letzt eine Bachstelze beim Abheben vom Scheunendach.

  

Der erste Frühlingstag

Das zweite Wochenende im März war dann richtig frühlingshaft. Man konnte im T-Shirt draußen sein ohne zu frieren!
Florian K. half, den Schuppen aufzuräumen, Platz zu schaffen für weiteres Brennholz. Während er Holz hackte und ich es wegsortierte, machte Andrea Essen. Gegessen wurde dann draußen. Ohne zu frieren, und weil so früh im Jahr, ohne Mücken.

Dieses Wochenende war meine Gelegenheit, das neue Teleobjektiv auszuprobieren. Dass meine gute alte Spiegelreflexkamera beim Umzug verschwand, hat mich sehr lange sehr traurig gemacht. Mit ihr habe ich auf zahlreichen Hochzeiten in der Familie und im Freundeskreis fotografiert, mein Bruder hatte sie mit auf seiner Verlobungsreise, mit mir reiste sie durch Malta und Kenia… so viele schöne Erinnerungen!
Zum Geburtstag gönnte ich mir dann das Nachfolgemodell. Verwandte hatten mir Geld geschenkt. Ich habe lange überlegt, ob ich es in den Bau stecke, wie sonst jeden Euro, oder ob ich nicht doch die lange vermisste Kamera ersetzen sollte. Die Kamera hat gewonnen.

   

Wacholderdrosseln gibt’s hier einige. Sie verstecken sich aber meist. Hab sie auch erst für Singdrosseln gehalten, aber dank Kosmos-Vogelführer sind sie jetzt genauer bestimmt.

   

Dann gibt’s hier natürlich auch Amseln. Ich werde nie vergesse, wie eine davon die Kreissäge ausgepfiffen hat, als ich damit arbeitete. Amseln sind so herrlich größenwahnsinnig.

   

Eine Blaumeise flog immer wieder ein Loch in einer alten Linde neben dem Schuppen an. Ob sie da wohl nistet? Vielleicht gibt’s in dem hohlen Baum aber auch leckere Insekten.
Guten Appetit!

Auch Bachstelzen und Sumpfmeisen habe ich hier schon beobachtet. Und neben dem Schuppen hat eine Ente ihr Nest gebaut.
Es wird Frühling!

Ruhe in Frieden, alter Apfelbaum

Ruhe in Frieden, alter Apfelbaum.

Du trugst die leckersten Äpfel meines Hofes. Und sie schmeckten nicht nur gut, sie waren auch sehr lange lagerfähig.

Ich werde dich schrecklich vermissen, du alte, unbekannte Sorte.
Du hast mir geschmacklich den Winter versüßt.
Nun hoffe ich, dass die Edelreiser, die du mir im Februar zum Veredeln zur Verfügung gestellt hast, zu starken Bäumchen heranwachsen werden und du auf diese Weise weiterlebst.

Mach’s gut, alter Kumpel.

   

Er war alt, teilweise hohl. Dann wurde er im Winter von einem Baumateriallieferanten mit dem Kranwagen gerammt. Dadurch bekam er einen langen, tiefen Riss in den Stamm. Und am 3. Mai war es sehr windig, da ist er längs dieses Risses gebrochen und dann gefallen.
Und ich könnte heulen! Ich habe hier viele Apfelbäume, aber ER war der beste. Die beste Ernte, die leckersten Äpfel, die meisten Äpfel, die haltbarsten Äpfel…

Erfolge!

Manchmal muss man einfach ein bisschen feiern!

Der 27. April 2017. Ein seltsamer Tag. Fing gar nicht so gut an.
Andrea und ich saßen fast eine Stunde bei der Polizei in Gettorf und meldeten den Diebstahl unseres Werkzeugkoffers und des Generators. Das dauerte wesentlich länger als wir befürchtet hatten. Dadurch schaffte ich es nicht zum Handballtraining. Und ich hatte mich nichtmal abgemeldet!
Dafür wollten wir dann noch eine Kiste zum Hof bringen, die noch im Auto war, und mal schauen, was die Handwerker da heute so geschafft hatten.
Und siehe da: Es gibt Lichtschalter. Und sie funktionieren! WIR HABEN STROM !!!
Was haben wir da gefeiert, gesungen, getanzt… eine Hürde weniger auf dem Weg zum Umzug, es geht voran.
Strom aus echten Steckdosen. Und Licht. Andrea und ich liefen durch alle Räume und probierten jeden einzelnen Lichtschalter aus. Ein tolles Gefühl.

Auf dem Rückweg stand ich dann an der Kreuzung B76 / Eckernförder Straße wie immer an der Ampel. Und weil die nächste (Eckernförder Str. / Gutenbergstr.) sowieso rot wird, das wird sie immer, hab ich gar nicht erst groß beschleunigt. Außerdem war da hinter mir dieser Drängler, der mich schon länger nervte… Wie gesagt, es ist nicht möglich noch bei grün über die nächste Ampel zu kommen ohne zu schnell zu fahren. Auch nicht, wenn man schnell beschleunigt und am Limit fährt. Die Ampel wurde gelb, der Spinner hinter mir beschleunigte, überholte, düste mit Affenzahn an mir vorbei… und dann voll rein in den fest installierten Blitzer, mit überhöhter Geschwindigkeit und bei Rot. Ich sah das rote Licht und genoss es. An der nächsten Ampel stand er dann wieder vor mir. Hat ihm also echt viel gebracht.

   

Am 5.5. folgte dann das Dach.

   

Und dann gibt es noch das ein oder andere Kuriosum. Da wären diese lustigen Käfer. Sie ließen sich durch nichts aus der Ruhe bringen, auch nicht durch einen dritten Käfer, der auch noch mitspielen wollte.

… und dann war da noch das Quietscheentchen in der Abwassergrube. Am 25.4. wollte ich abpumpen, ein letztes Mal mit Kabeltrommel. Mittlerweile funktioniert auch hier die Stromversorgung und es besteht nicht mehr die Gefahr, dass die Grube überläuft, wenn eine Taverne voll LARPern zu viel Bier trinkt.

Die Reaktionen auf das Quietscheentchen bei Facebook waren teilweise sehr erheiternd.
So fangen Horror Filme an (zwar keine guten, aber immerhin 😉 )!!!
– Ganz klar Wasserstandsanzeiger.
– Badetag!

Molche retten!

Die Tier- und Pflanzenwelt von Köhnholz

Als Biologin bin ich auch sehr daran interessiert, was auf meinem Hof kreucht und fleucht. Ich habe begonnen Fotos von al den Tieren zu machen, die mir da so über den Weg laufen. Einige lassen sich bis auf’s Artniveau bestimmen, andere nicht. Das Tierchen, das mir Mitte Oktober im Erdgeschoss des Wohnhauses um die Ohren flog, ist immerhin eindeutig als „Fledermaus“ zu identifizieren gewesen. Ja, nicht nur draußen gibt’s was zu entdecken. Als wir eine vergammelte Wandverkleidung der Küche ablösten, befand sich dort eine Schnirkelschnecke. Und im Flur ist mir mal ein Molch über den Weg gelaufen. Die Mäuse und Marder im Dachgeschoss sind dann wieder weniger lustig, die Hornissen dagegen sehr interessant…

Als angehende Gärtnerin kurz vor der Zwischenprüfung ist der Blick auf die Pflanzenwelt des eigenen Grundstücks vermutlich noch einmal geschärft. Es ist ein ganz ordentlicher Altbestand an Gehölzen da, beim Graben wurden schon zahlreiche Zwiebeln gefunden, die mir wohl im nächsten Frühjahr zeigen werden, was aus ihnen wachsen möchte, und ein paar Pflänzchen hab ich auch selbst schon gepflanzt. Es sollen noch mehr werden.

Ich fände es schön, wenn später, wenn auf diesem Gelände Cons stattfinden, diejenigen, die Kräuterkundige spielen, auch echte Kräuter finden und verwenden können. Frei nach dem Motto: Du kannst, was du darstellen kannst (DKWDDK)!

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